Um die Arbeitssicherheit im Unternehmen nachhaltig zu erhöhen, reicht es nicht aus, Regeln zu verschärfen oder neue Unterweisungen einzuführen. Der entscheidende Hebel liegt woanders: Unternehmen müssen die Präsenz der Mitarbeiter beeinflussen.
Denn wer im Hier und Jetzt ist,
- achtet auf sein Handeln,
- nimmt Gefahren wahr,
- und handelt automatisch sicherer.
Doch wie lässt sich die Präsenz der Mitarbeiter gezielt beeinflussen? Aus meiner Erfahrung gibt es vier zentrale Einflussfaktoren, die darüber entscheiden, wie aufmerksam, achtsam und sicher Menschen arbeiten.
Warum es so wichtig ist, die Präsenz der Mitarbeiter beeinflussen
Präsenz bedeutet nicht „Anwesenheit“. Präsenz bedeutet Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und geistige Beteiligung an der eigenen Tätigkeit.
Fehlt diese Präsenz, entstehen typische Risiken:
- Gedanken sind beim nächsten Meeting oder privaten Sorgen
- Handlungen laufen im Autopilot
- Gefahren werden zu spät oder gar nicht erkannt
Genau deshalb passieren viele Unfälle bei scheinbar harmlosen Tätigkeiten. Wer die Präsenz der Mitarbeiter beeinflussen will, muss also verstehen, was Aufmerksamkeit wirklich steuert.
1. Qualifikation: Wissen erhöht Präsenz und Sicherheit
Der erste Einflussfaktor ist die Qualifikation. Studien und Praxis zeigen eindeutig: Je höher die Qualifikation, desto höher die Aufmerksamkeit – und desto geringer die Unfallquote.
Warum?
- Qualifikation erzeugt Interesse
- Interesse erzeugt Konzentration
- Konzentration erzeugt Präsenz
Menschen, die verstehen, warum sie etwas tun und woran sie Risiken erkennen, sind automatisch wacher und aufmerksamer.
💡 Praxisimpuls: Unterweisungen sollten nicht nur Regeln vermitteln, sondern Zusammenhänge erklären. Verstehen schlägt Vorschrift.
2. Erfahrung: Wie Führung Sicherheit erlebbar macht
Der zweite Faktor, um die Präsenz der Mitarbeiter zu beeinflussen, ist die gesammelte Erfahrung. Dabei geht es nicht nur um Erfahrung in der Tätigkeit selbst, sondern vor allem um diese Fragen:
- Wie reagiert das Management auf sicheres Verhalten?
- Wird Sicherheit belohnt – oder kostet sie Zeit, Anerkennung oder Ärger?
- Was passiert, wenn jemand eine Störung sicher, aber langsamer behebt?
- Und was passiert, wenn jemand schneller ist, dafür aber Regeln missachtet?
Mitarbeiter lernen sehr schnell, was im Unternehmen wirklich zählt.
Diese Erfahrungen prägen:
- Achtsamkeit
- Motivation
- Präsenz
Merksatz: Menschen richten ihre Aufmerksamkeit nicht nach Leitbildern aus – sondern nach erlebten Konsequenzen.
3. Identifikation: Präsenz folgt dem inneren Ja
Ein oft unterschätzter, aber extrem wirkungsvoller Faktor ist die Identifikation mit der Aufgabe und dem Unternehmen.
Frage dich:
- Kommt jemand gerne zur Arbeit – oder nur, weil er muss?
- Identifiziert sich der Mitarbeiter mit seiner Aufgabe?
- Sieht er Sinn in dem, was er tut?
Die Auswirkungen sind enorm:
- Hohe Identifikation → hohe Präsenz → hohe Sicherheit
- Geringe Identifikation → innere Distanz → Autopilot → höhere Risiken
Dabei beeinflusst Identifikation nicht nur die Arbeitssicherheit, sondern gleichermaßen:
- Qualität
- Produktivität
- Verantwortungsbewusstsein
Präsenz der Mitarbeiter beeinflussen heißt deshalb immer auch: Sinn, Bedeutung und Wertschätzung vermitteln.
4. Dialog & Vorbild: Präsenz entsteht durch Führung
Der vierte Einflussfaktor ist der Dialog über Arbeitssicherheit – und das Vorleben durch Führungskräfte.
Mitarbeiter beobachten sehr genau:
- Wie bewegt sich meine Führungskraft?
- Achtet sie selbst auf Gefahren?
- Wie spricht sie über Sicherheit – pflichtbewusst oder überzeugt?
Präsenz ist ansteckend – genauso wie Gleichgültigkeit.
Wenn Führungskräfte:
- präsent handeln,
- aufmerksam sind,
- Sicherheit sichtbar leben,
dann beeinflussen sie automatisch die Präsenz der Mitarbeiter.
Wichtig: Nicht die Häufigkeit der Gespräche zählt, sondern deren Haltung, Klarheit und Glaubwürdigkeit.
Präsenz der Mitarbeiter beeinflussen heißt Kultur gestalten
Alle vier Faktoren sind Ausdruck einer Sache: Unternehmenskultur. Qualifikation, Erfahrung, Identifikation und Dialog sind:
- Spiegel der Führung
- Ergebnis gelebter Werte
- Grundlage für nachhaltige Arbeitssicherheit
Deshalb gilt: Wer in Arbeitssicherheit gut ist, ist meist auch in Qualität und Produktivität gut.
Oder anders gesagt: Mit Arbeitssicherheit zu Spitzenleistungen im Unternehmen.
Präsenz ist kein Zufall – sie ist gestaltbar (darum solltest du die Präsenz der Mitarbeiter beeinflussen)
Die Präsenz der Mitarbeiter lässt sich gezielt beeinflussen, wenn Unternehmen:
- Wissen statt Regeln vermitteln
- Sicherheit erlebbar machen
- Identifikation fördern
- Präsenz vorleben
Arbeitssicherheit entsteht dann nicht durch Kontrolle, sondern durch bewusstes Handeln im Hier und Jetzt.
Starte deinen Weg als Safety Culture Manager®
Für den Fall, dass du dir bei der Umsetzung Hilfe holen willst, stehe ich dir als Safety Culture Coach® und Experte für Führungskommunikation in deinem Unternehmen oder in der Stefan Bartel Academy zur Verfügung. In 5 Seminaren á 2 Tagen gebe ich die das gesamte Wissen und Handwerkszeug an die Hand, um Arbeitssicherheit in deinem Unternehmen zu etablieren. Nachhaltig. Du stehst noch am Anfang? Das macht nichts. Ich zeige dir wie du einen Kulturwandel anstößt und erfolgreich begleitest.
Weitere Eindrücke erhältst du in meinem YouTube-Kanal oder du kannst dich bei Amazon mit einem meiner Bücher ausstatten.
Hier kannst du dich zum Academywissen, meiner regelmäßigen Veröffentlichung, anmelden.
Ich freue mich auf dich… bleib mir gewogen.
Es grüßt dich herzlichst, dein Stefan Bartel!
SAFETY CULTURE COACH® & Experte für Führungskommunikation
